Meine Überzeugungen bezüglich der Fotografie oder der momentane Stand des Irrtums

 

Warum fotografiere ich?

Ich fotografiere für mich, nicht für andere. Ich bin niemandem verantwortlich. Es besteht immer die Gefahr, das zu machen was Anderen gefallen könnte. Das würde aber die Kreativität einschränken. Ich möchte machen, was mir gefällt und mich inspiriert. Ich setze meine Bilder in die Welt, ohne dass in der Welt ein Bedürfnis dafür bestünde. Ich bin Amateur. Und schliesslich habe ich die Narrenfreiheit des Alters.

Ich werde nie Fotos machen können wie ein Profi, werde nie weder Ausrüstung, Ausbildung, Wissen, Netzwerk noch Erfahrung wie ein Profi haben. Ich muss aber auch nicht von meinen Bildern leben, bin niemanden etwas schuldig, mache es für mich, zum Spass und zu meiner Befriedigung. Trotzdem ist es mir wichtig mich dabei zu vertiefen, zu lernen, bessere Bilder zu machen, mich besser kennenzulernen, genauer zu schauen und mehr zu reflektieren.

    

Wovon sollte man sich leiten zu lassen?

Wenn du fotografierst traue deinem Bauchgefühl mehr als deinem Kopf. Wenn du fotografierst schalte deinen Kopf aus. Lasse nicht zu, dass dein urteilender Geist das Zepter übernimmt. Denke nicht zu viel, denn zu viel analysieren kann paralysieren.

Lass dir Zeit und betrachte das Fotografieren als Meditation.

Beschränke dich in der Technik auf ein Minimum und entfessle deine Kreativität auf ein Maximum.

Die technische Seite der Fotografie ist lernbar. Zum Beispiel können Belichtungszeit, Blende, ISO-Empfindlichkeit und Fokus leicht verstanden werden. Man kann auch das Grundsätzliche von Komposition, die Regeln was eine gute Aufnahme ausmacht, erlernen.

Es ist sicher von Vorteil die technischen Details der Fotografie gut zu kennen und sie richtig anzuwenden. Man kann  sie aus Büchern lernen, noch wichtiger aber ist viel zu fotografieren.

Lerne die Regeln wie ein Profi und breche sie wie ein Künstler. (Picasso) 

   

Wie fotografieren?

Mache schräge, persönliche, auch hässliche Aufnahmen. Riskiere etwas, sei kreativ und habe Spass. Je mehr deine Bilder deine Stimme wiedergeben, desto besser werden deine Aufnahmen sein.

Wehe dem, der gefallen will, statt zu erschrecken! (Herman Melville)

Jedes Bild sollte ein Element der Schrägheit beinhalten. Das Schräge kann das Motiv, der Bildausschnitt, die Perspektive, die Farben, der Kontrast sein.  Neues wirkt häufig zuerst schräg.

Versuche Witz, Ironie und Humor in deine Bilder zu bringen.

Hole Ideen bei anderen, imitiere sie aber nicht.

Alle Bilder sind Zufälle. Man ist zufällig zur richtigen Zeit mit dem richtigen Licht am richtigen Ort und zufällig hat man die Kamera bereit.

    

18.07.16 / EH